Hospizgruppe Ingelheim e.V. gegründet
Nicht mehr Regionalgruppe der IGSL-Hospiz

05.02.2011

 

Der neue Vorstand der Hospizgruppe Ingelheim e.V. - Klick auf das Bild öffnet größere Ansicht.

(MB) Die Hospizgruppe Ingelheim ist jetzt ein selbständiger eingetragener Verein (e.V.). Seit ihrer Gründung vor 11 Jahren war die Hospizgruppe eine Regionalgruppe der Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand (IGSL-Hospiz). Nach langen und z.T. schwierigen Verhandlungen war es Anfang Februar 2011 soweit: In einer gut besuchten Mitgliederversammlung löste sich die Hospizgruppe als Regionalgruppe der IGSL auf, um sich anschließend als „Hospizgruppe Ingelheim e.V.“ neu zu gründen. Für Menschen, die bei der Hospizgruppe Rat und Hilfe suchen, ändert sich dadurch nichts.

Der Vorstand hatte „nach eingehender Diskussion über die Notwendigkeit, Zweck, Chancen und Risiken“ der Mitgliederversammlung empfohlen, diesen Verein zu gründen und in das Register eintragen zu lassen. „Dessen Name soll 'Hospizgruppe Ingelheim’ heißen“, lautete der Beschluss, „mit Sitz in Ingelheim. Der Verein arbeitet ... für die hospizliche Begleitung suchenden Bürger von Ingelheim und Umgebung. Er setzt die Arbeit der ... aufzulösenden gleichnamigen Regionalgruppe der IGSL fort.“

Zu diesem ersten Teil der Doppelveranstaltung konnte der Vorsitzende Prof. Dr. Jürgen Hardt den Ehrenvorsitzenden und Gründer der IGSL Dr. Paul Becker, Bingen, als „Vater der Hospizbewegung in Deutschland“ begrüßen, ebenso den Vorsitzenden der IGS,L Hubert Krebser, mit seinem Stellvertreter und weiterer Begleitung, bevor er nach den üblichen Formalien seinen Rechenschaftsbericht über das vergangene Jahr vortrug. In diesem hob er die zahlreichen Veranstaltungen zum zehnjährigen Jubiläum hervor: die akademische Feier mit den Spitzen der Kommunalen Gebietskörperschaften und der gesellschaftlichen Gruppen der Stadt, bei der Gottfried Rudolph, der stellvertretende Vorsitzende der IGSL, einen fulminanten Vortrag über die Entwicklung der modernen Hospizbewegung hielt. Noch einmal rühmte er das gelungene Fest unter der Schirmherrschaft von Ute Granold MdB mit und um das Mehrgenerationenhaus, den ökumenischen Dankgottesdienst am Morgen, das kurzweilige, informative Programm tagsüber und das feine Jazzkonzert der „groove connection“ aus Dromersheim zum Sommerabend. Schließlich im Oktober den Festvortrag von Frau Staatssekretärin Julia Klöckner über „Hospiz und Ehrenamt in unsrer Zeit“. Insgesamt blickte er auf ein ereignisreiches Jahr zurück, das der Hospizgruppe Ingelheim den Respekt der Gesellschaft und die Sympathie der Bürger gebracht habe.

So konnte Schatzmeister Werner Mockenhaupt in seinem säuberlichen Kassenbericht auf die hohe Spendenbereitschaft der Bürger und Institutionen in Ingelheim hinweisen, die der Hospizgruppe die Übernahme neuer Aufgaben erleichtere. Die Stimmigkeit und Übersichtlichkeit der Kassenführung wurde von der Prüferein, Frau Wacker-Kemmer, auch im Namen ihres Kollegen Prof. Dr. Mengel gelobt, die ihren Bericht mit dem Antrag auf Entlastung des Vorstandes schloss. Bevor darüber abgestimmt wurde, bat der Vorsitzende der IGSL Hubert Krebser um das Wort und stellte einige Fragen zur Entwicklung der Kassenlage seit der Gründung der Regionalgruppe, die jedoch an diesem Abend unmöglich zu beantworten waren, wie übereinstimmend festgestellt wurde. Prof. Hardt erklärte sich gerne bereit, sämtliche Unterlagen der IGSL offen zu legen.

Er und andere erklärten, warum die Hospizgruppe Ingelheim rechtsfähig werden soll. Das erfordere nicht nur die geplante Einrichtung einer stationären Einrichtung, zu der Kooperationsverträge in Ingelheim geschlossen werden müssten. Mehrere Förderer machten ihre Unterstützung davon abhängig, dass sie es mit einer „Ingelheimer Verein“ zu tun hätten, der dafür garantieren könne, dass Ihre Spenden der Hospizgruppe am Ort gehörten, die sie fördern wollen. Die notwendige Ausfallbürgschaft der kommunalen Gebietskörperschaften für das Altenheim als Partner der Hospizgruppe gälten natürlich nicht einem internationalem Hospizverein sondern einzig dem Wohl der Stadt und ihrer Umgebung. Dafür brauche die Hospizgruppe Ingelheim eine tragfähige rechtliche Grundlage. Von der IGSL wolle man sich indessen nicht trennen, sondern biete eine möglichst weitgehende Partnerschaft im wechselseitigen Interesse an.

In seinem Diskussionsbeitrag dankte Schriftführer Markus Berger der IGSL und deren damaligen Vorsitzenden für die Unterstützung bei der Gründung und während der Entwicklung der Hospizgruppe Ingelheim. Doch nun gelte es, ein neues Verhältnis miteinander zu gestalten: vom Paten zum Partner. Krebser betonte auf Nachfrage, dass der Vorstand der IGSL der Gründung der Hospizgruppe Ingelheim als eingetragenen Verein und der geplanten stationären Einrichtung nicht im Wege stehen wolle, obgleich die IGSL in der ambulanten Betreuung der Sterbenden ihre Hauptaufgabe sehe. Selbstverständlich müsste das in Ingelheim erwirtschaftete Vermögen auch für Ingelheim verwendet werden.

Nach diesem Intermezzo wurden einstimmig der Vorstand der Hospizgruppe Ingelheim entlastet und dem Antrag zur Auflösung dieser Regionalgruppe zugestimmt. Nun konnte zur Gründungsversammlung der neuen „Hospizgruppe Ingelheim e.V“. aufgerufen werden, deren Vorsitz Prof. Dr. Peter Schulze übernahm. Er leitete souverän die Diskussion über die vom alten Vorstand erarbeitete Satzung, die aus der Versammlung sowohl ergänzt als auch gestrafft wurde. Zum Abschluss wurde sie bei einer Gegenstimme mit überwältigender Mehrheit angenommen.

Danach konnte der neue Vorstand gewählt werden, der bis auf zwei personelle Änderungen dem früheren entspricht, also Kontinuität verheißt. Den Vorsitz führt Prof. Dr. Jürgen Hardt. Neuer Stellvertretender wurde Sanitätsrat Dr. Stefan Brill, neue Schatzmeisterin Annegrit Kleinschnieder. Weil Markus Berger nicht mehr als Schriftführer zur Verfügung stand, sondern als Beisitzer nur noch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit leisten wollte, übernahm Rechtsanwalt Ralf Imhoff das Amt des Schriftführers. Die bewährten Beisitzerinnen Doris Delahunt, Renate Eulig und Irmgard Lankau werden ihre Arbeit fortsetzen. Alle wurden einstimmig gewählt, ebenso wie die Rechnungsprüfer Prof. Dr. Mengel und Nadine Hardt. So sollte auch die künftige Arbeit des Vorstandes unter einem Guten Stern stehen.