Klöckner:
Hospiz ist Hilfe zum Leben
Staatssekretärin
besuchte die Hospizgruppe Ingelheim von Markus Berger
01.11.2010
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| Staatssekretärin
Julia Klöckner (l), Vorsitzender Prof.Dr.
Jürgen
Hardt und Eveline Breyer, CDU-Vorsitzende in Ingelheim
und Kandidatin für die nächste OB-Wahl. - (Klick auf das
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Das ist schon
eine prächtige Frau, die vom Hausherrn im WBZ,
Ernst Scheiner, und vom Vorsitzenden der Hospizgruppe Ingelheim,
Prof. Dr. Jürgen Hardt, herzlich begrüßt wurde.
Freistehend mit nur wenigen Blicken auf ihr Konzept sprach sie über „Ehrenamt
in unsrer Zeit – christliche Nächstenliebe, gibt es
die noch?“. Dass sie als ehemalige Chefredakteurin des Weinmagazins „Sommelier“ etwas
vom Wein versteht, blitzt gelegentlich durch.
Staatssekretärin
Julia Klöckner MdB, die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Bad
Kreuznach, aufgewachsen in Guldental als Kind einer bodenständigen
Winzerfamilie ist das, was man in Anlehnung an die Fachsprache
ein echt „rheinhessisches
Hochgewächs“ nennen könnte. In ihrer Familie
lebten drei Generationen zusammen. Es war selbstverständlich,
dass die Großmutter bis kurz vor ihrem Tod zuhause versorgt
und gepflegt wurde. Das habe sie geprägt, sagt sie. Von
daher begründet sie ihr Engagement in der Hospizbewegung,
daheim wie im Deutschen Bundestag, so z.B. in der Kommission
für
Ethik und Recht in der modernen Medizin.
Die Berliner
Staassekrtärin
war gekommen, um anlässlich
des 10jährigen Jubiläums der Hospizgruppe Ingelheim
zu gratulieren und über Nähe und Nächstenliebe
zu sprechen, die es natürlich nicht nur bei Christen gebe.
Bei diesen sei sie allerdings Kernbotschaft. Klöckner kritisierte das Gesetz zur Patientenverfügung,
weil es die Tür öffnen könne zur „aktiven
Sterbehilfe“. Es sei sogar verfassungswidrig, hieß es
später bei der Aussprache, wegen seiner „unbegrenzten
Reichweite“. Als Verstoß gegen die zu schützende
menschliche Würde lehnt sie auch die Präimplantationsdiagnostik
(PID) ab. Hospiz sei Hilfe, Hilfe zum Leben, Handreichung auf dem
letzten Weg. Also Lebensbegleitung, weil das Sterben Teil des Lebens
ist. Wir bräuchten eine Hand zum Leben bei der Geburt und
eine solche auch am Lebensende. Nächstenliebe wie ehrenamtliche
Hospizarbeit bedeute „Ja zum Leben“, mit dem Ziel,
an der Schwelle des Todes das Leben lebenswert zu gestalten. So
gäben wir der Gesellschaft ein „menschliches Gesicht“.
Danach beschrieb Julia Klöckner die zehn Jahre der Hospizgruppe
Ingelheim als Erfolgsgeschichte. Sie machte deutlich, dass Hospizarbeit
kein „Job“, sondern eine bewusste Entscheidung ist. „Ehrenamt“,
das sei früher eine Ehre gewesen, von „Honoratioren“ verwaltet.
Solche haben die ersten „Sozialvereine“ gegründet,
berichtete Julia Klöckner. Dieses „bürgerschaftliche
Engagement“ zeichne sich aus durch Freiwilligkeit, soziale
Kompetenz und mitmenschliches Kapital. Davon bräuchten wir
fortan mehr. Dazu gebe es eine wachsende Bereitschaft: Jeder Dritte über
14 Jahre engagiere sich heute ehrenamtlich, im sozialen, Bereich
hauptsächlich im öffentlich rechtlichen und kirchlichem.
Das „Gesetz zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements“ hat
dazu mit Erfolg ermuntert.
Dazu zählte die Staatssekretärin, die nun auch Vorsitzende
der CDU Rheinland-Pfalz ist, einige zum Nachdenken anregende Fakten
auf: Deutschland hat nach Japan und Italien die älteste Bevölkerung,
Ein Fünftel ist älter als 65 Jahre. In 2025 werde es
ein Drittel sein. So wächst Pflegebedürftigkeit und der
Ruf nach Begleitung, besonders noch wegen der zunehmenden Vereinzelung
der Gesellschaft. Ohne ehrenamtliche Unterstützung sei das
nicht zu leisten. Von daher kam Frau Klöckner auf die Frage
des „Wie“: Wie wollen wir sterben? Die meisten zuhause,
umsorgt und ohne Schmerzen. Nicht alle Wünsche seien erfüllbar,
doch gelte diesen Zielen unsre Aufmerksamkeit. Wichtig sei die
Mitsprache der Sterbenden. Dazu gehöre die Frage nach dem
Sinn des Lebens. Der „Nächste“ sei der, dem wir
die Hand reichen, der unsrer Hilfe bedürfe. Das sei weder
gesetzlich anzuordnen noch zu sanktionieren.
In der Aussprache hernach bewies Julia Klöckner ihre Kompetenz.
Ob zu Fragen, des Verbraucherschutzes, der Kranken und Altenpflege,
der Wehrpflicht bzw. einem freiwilligen sozialen Jahr anstelle
des Zivildienstes, nie war sie um Antworten verlegen. Nur bei der
von unterschiedlichen Interessen erschwerten Gesundheitsreform
hatte sie keine Lösung. Doch warb sie für mehr Eigenvorsorge. „Jeder
Euro dafür rechnet sich fünfmal“, sagte sie unter
Beifall.
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